Glossar

  • adjuvant: in der Medizin ergänzende/unterstützende Therapiemaßnahme.

  • anthroposophisch: Die anthroposophische Medizin ist eine komplementärmedizinische Richtung, welche die evidenzbasierte Medizin ergänzen/erweitern, nicht ersetzen möchte. Die theoretisch-methodischen Grundlagen wurden von Rudolf Steiner zw. 1920 u. 1924 entwickelt. Sie sind wissenschaftlich unhaltbar.

  • antimetastatisch: Gegen die Ausstreuung von Krebszellen gerichtet.

  • Antioxidantien: Unter diesem Begriff werden Substanzen zusammengefasst, die direkt (z. B. Vitamin C) oder indirekt (z. B. Selen), über den Einbau in antioxidative Enzyme antioxidativ wirken. Antioxidantien sind in der Ernährung allgegenwärtig, können bei oraler Aufnahme, also mit dem Mund und über den Magen-Darm-Trakt, jedoch nur in begrenzter Menge (z. B. Vitamin C: 500 mg täglich) aufgenommen werden. Ob derartige Antioxidantienmengen (aufgenommen über die Ernährung oder als Nahrungsergänzungsmittel) die Wirksamkeit von Chemo- oder Strahlentherapien mindern, ist studienmäßig nicht belegt.

  • antioxidativ: beschreibt die Eigenschaften von niedermolekularen Gruppen oder Enzymen, den Organismus vor oxidativem Stress schützen zu können.

  • antitumoral: Gegen den Tumor gerichtet

  • aseptisch: Keimfrei, ohne Beteiligung von Erregern

  • Endorphine: Körpereigene Eiweiße mit morphinähnlicher Wirkung

  • Enzym: Eiweißkörper, die für den Stoffwechsel des Körpers entscheidend sind

  • epidemiologisch: Bevölkerungsbezogen; die Epidemiologie ist die Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten sowie deren Ursachen und Risikofaktoren in Bevölkerungsgruppen.

  • evidenzbasiert: „Auf Beweismittel gestützt“, der Wirksamkeitsnachweis erfolgt durch statistische Verfahren.

  • Flavonoide: Sind eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide sind universell in Pflanzen vorhanden, somit auch in der menschlichen Nahrung. Ihnen werden besonders antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.

  • Freie Radikale: Aggressive Sauerstoffmoleküle, die in gesunden Zellen Entartung, Funktionsverlust und Entzündungsreaktionen hervorrufen können.

  • Hormontherapie, ablative Hormontherapie: Wegnahme von körpereigenen Hormonen, die u.a. dem Wachstum von hormonabhängigen Tumoren förderlich wären (z.B. bei Brust-, oder Prostatakrebs), heute durch Einsatz von GnRH-Agonisten zur Hemmung der zentralen Steuerung und damit Ruhigstellung der Organe, die die entsprechenden Hormone produzieren oder durch Behandlung mit peripheren Hormonantagonisten (z.B. Tamoxifen oder Aromatasehemmer zur Blockierung der Östrogenbildung bei Brustkrebs).

  • immunaktivierend: Aktivitätsanregung des Immunsystems

  • Immunmodulation: Einsatz von Substanzen bzw. Medikamenten, welche die Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems beeinflussen.

  • Indikation: Grund zur Verordnung einer bestimmten Therapie oder eines Medikamentes

  • Kohortenstudie: Bevölkerungsbezogene Studie, bei der die untersuchte Bevölkerungsgruppe durch ein gemeinsames Merkmal, z.B. eine bestimmte Altersgruppe, gekennzeichnet ist.

  • kurativ: Auf die Heilung ausgerichtet

  • Mikronährstoff: Kleine organische und anorganische Verbindungen, die dem Aufbau und Erhalt körpereigener Substanzen dienen (Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe etc.)

  • mineralisch: Bestehend aus natürlich vorkommenden Feststoffen.

  • Molekül: Verbindung mehrerer Atome, die eine bestimmte Substanz ergibt.

  • Nahrungsergänzungsmittel: Nahrungsergänzungsmittel enthalten Lebensmittel bzw. Nährstoffe mit ernährungsspezifischen Wirkungen, die in Tabletten-, Kapsel-, Dragee- bzw. Pulverform oder als flüssige/feste Konzentrate verfügbar sind. Die enthaltenen Mikronährstoffe sollen wissenschaftlich gesicherte Höchstmengen nicht überschreiten, keine Nebenwirkungen hervorrufen und die normale Ernährung ergänzen. Die Empfehlung definierter Nahrungsergänzungsmittel zielt auf die Optimierung bzw. Aufrechterhaltung des Mikronährstoffhaushaltes ab.

  • Nekrose: Gewebstod als schwere Folge einer örtlichen Stoffwechselstörung.

  • Orthomolekulare Therapie:  Am individuellen Tagesbedarf orientierte Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen.

  • Palliative Therapie: bezieht sich auf Krankheitssituationen, in denen die Heilung einer Krebserkrankung nicht mehr möglich ist. Sie umfasst vor allem eine Schmerztherapie und die Linderung von Krankheitssymptomen.

  • Peptide: Eiweiße; sie erfüllen vielfältige Funktionen für die Zelle oder dienen dem Sauerstofftransport

  • Phytoestrogene (auch Phytoöstrogene): sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen u.a. Isoflavone und Lignane gehören. Sie sind keine Östrogene (Estrogene) im chemischen Sinne, sondern besitzen lediglich strukturelle Ähnlichkeit mit diesen. Dies ermöglicht eine Bindung an Estrogenrezeptoren, wodurch eine östrogene oder auch antiöstrogene Wirkung erzielt werden kann.

  • phytotherapeutisch: Behandlung mit Medikamenten pflanzlicher Herkunft.

  • Placeboeffekt: Von Placeboeffekt spricht man, wenn eine krankheits- oder symptomlindernde Wirkung eintritt, obwohl das verabreichte Präparat keinerlei Wirkstoff enthält bzw. eine Scheinanwendung therapeutischer Maßnahmen erfolgte. Hierbei spielen vermutlich psychologische Aspekte eine Rolle.

  • proteolytisch: Eiweiß abbauend

  • randomisiert: Zufällig ausgewählt

  • Selen: Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Es ist Bestandteil von körpereigenen Enzymen und reguliert den Stoffwechsel sowie die Funktion mehrerer Organe. In chemischer Verbindung mit Natrium (Na) wird es als Na-Selenit optimal vom Körper aufgenommen und in antioxidative Enzyme eingebaut. Diese antioxidativen, selenhaltigen Enzyme sind in der Lage, sogenannte „freie Radikale“ zu neutralisieren, die u.a. bei Chemo- und Strahlentherapien vermehrt entstehen. Freie Radikale sind chemisch hochreaktive Sauerstoffmoleküle, die in gesunden Zellen Entartung, Funktionsverlust und Entzündungsreaktionen hervorrufen können. Durch Selen aktivierte antioxidative Enzyme können die Körperzellen hiervor schützen.

  • signifikant: Bedeutsam, wesentlich; statistisch gesicherter Unterschied.

  • Zytokine: Botenstoffe, mit denen sich z.B. die körpereigenen Abwehrzellen untereinander verständigen.

  • Zytoplasma: Das flüssige Grundmaterial der Zellen.

  • zytotoxisch: Giftig für die Zelle, die hierdurch erheblichen Schaden nimmt oder gar abstirbt. Viele Krebsmedikamente wirken zytotoxisch und ziehen daher auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft (sichtbar z.B. am Haarausfall). Auch in der Behandlung nicht bösartiger Erkrankungen werden unter Umständen zytotoxische Medikamente eingesetzt.